Die Tour führte uns mit Tallink Silja nach Südfinnland.
Wir starteten ab Rostock am Hansa-Hafen mit Tallink Silja in unser Abenteuer nach Finnland. Wer die Tour über die Autobahn nicht fahren möchte, für den bietet SKS Bikeshuttle einen Service an, das Bike direkt nach Rostock zu bringen, während man ganz entspannt mit dem Flugzeug oder der Bahn zu Fähre anreist. Das Einchecken am Counter von Tallink Silja verlief auf unserer Anreise vorbildlich und so konnten wir unsere Kabine an Bord der Fähre schnell beziehen, um dann mit den anderen an Bord gegangenen Bikern in der gemütlichen Bordbar ein Getränk zu nehmen. Die Überfahrt verlief, wie fast immer auf der Ostsee so ruhig, dass weder Wellengang noch Sturm uns Landratten seekrank machte. Somit konnten wir die erstklassige Verpflegung an Bord genießen und uns im Wellness- Bereich entspannen.
Nach dem Anlegen in Finnland war nichts von dem zu spüren, was wir befürchtet hatten. Weder lange Schlangen vor dem Zoll noch schikanöse Zollkontrollen störten unsere Neugier nach den Strassen und Menschen. Nach einem kurzen Check der Personalausweise ging es ab auf die weiten Highways von Südfinnland. Als eingefleischter USA Freak war ich überrascht von dem guten Zustand der Strassen und vorweg sei gesagt, ich habe selten so nette und zuvorkommende Autofahrer erlebt wie in Finnland. Beim Überholen machen sie Platz und lassen einen Biker auch gern mal bei einer Ausfahrt oder Kreuzung vorbei.
Vom Tallink Silja Anlegehafen in Hanko, einer der Städte mit dem längsten Strand Finnlands, ging es über die „Kings Road“, in das Binnenland, wo wir von der Natur und den Bauwerken absolut beeindruckt wurden. Die Kings Road führt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei und ist landschaftlich überaus empfehlenswert. Der Weg führte uns über Tamiisari, einer Stadt mit wunderschönen Häusern aus dem 18.und 19. Jahrhundert weiter nach Fiskars, einer Stadt in der die metallverarbeitende Industrie des 19. Jahrhunderts auch heute noch präsent ist.
Weiter über Mustio, wo das größte Holzgebäude Finnland aus dem 18. Jahrhundert steht, welches nun ein Museum ist, nach Tuusula, in dessen Umgebung sich das Ainola Heim und das Atelier von Peka Holonen, einem über die Grenzen Finnlands hinaus bekannten Künstlers befindet. An der Stadtgrenze von Tuusula im Hotel Krapihovi war auch unsere erste Übernachtung geplant. Ein nettes Hotel, mit unglaublich großen Zimmern und mit einem See, an dem man abends den Sonnenuntergang bewundern kann war der Lohn für den ersten Tag. Selbst die Angler, die an jedem See zu finden sind, waren nicht sauer als wir direkt neben ihnen mit den donnernden Harley’s anhielten, sondern boten uns einen Vodka an und zeigten stolz ihre Fänge der letzten Stunden, was sofort den Appetit auf frisch gegrillten Fisch anregte. Früh morgens, ohne Vodka im Blut, machten wir uns auf den Weg ins ca. 300 Kilometer entfernte Imatra. Der Weg führte uns nach Porvo, der zweitältesten Stadt Finnlands, die durch kleine Shops, einen kleinen Markt und einen Yachthafen einen unglaublichen Charme verbreitet. Sie verkörpert die Gegensätze zwischen alt und neu. Mit etwas Regenpech schwammen wir in Richtung Küste, vorbei an Fischerdörfern und alten Küstenstädten wie Loviisa, Kotka und Hamina in Richtung Russischer Grenze. Auf der Küstenstrasse ist etwas Vorsicht angesagt, da dort die Autotransporter und Autos der Luxusklasse mit Osteuropäischen Kennzeichen, unterwegs sind, die es scheinbar mächtig eilig haben, ihre westlichen Autos über die Grenze zu bringen. Am Abzweig nach Laapenranta, staut der Verkehr sich etwas, denn dort ist die Russische Grenze an die man bis auf wenige Meter heranfahren kann. Nach einer weiteren Stunde und herrlich kurvenreicher Strasse erreichten wir Imatra, wo wir unseren Augen nicht trauten, als wir das Schloss sahen, in dem wir eingebucht hatten. Gerade noch rechtzeitig checkten wir ein um die Öffnung der Schleusen des Stausees zu sehen. Von einer Brücke und den umliegenden Wegen hat man einen traumhaften Blick auf das Spektakel, wenn sich das Flussbett mit Wasser und Gischt füllt. Nach Sonnenuntergang ging es zum Wohlverdienten Abendessen in einem Restaurant gegenüber des Schlosshotels und wie sollte es anders sein, man kam schnell ins Gespräch mit einheimischen Bikern, die einem gute Tipps für Touren und Bars gaben, die wir am Abend ausgiebig besuchten.
Nach einem guten Frühstück enterten wir die Strasse Nr. 6 Richtung Helsinki, die bestens ausgebaut ist. Wir machten einen Abstecher nach Laapeenranta, das durch einen Kanal mit der Ostsee verbunden ist und somit zu den wichtigsten Städten der Region gehört. Am Hafen trifft man auch immer wieder auf Biker, die sich an einem der vielen kleinen Imbissbuden treffen. Ein weiterer Abstecher in das Museumsdorf von Verla bei Jaala ist sehr empfehlenswert, da es sich sogar um ein Unesco Weltkulturerbe handelt. Nach dieser gnadenlosen Kulturspritze waren wir hungrig nach Stadt- und Nachtleben, von dem es in der Hauptstadt Helsinki reichlich gibt. Also Gashahn aufdrehen und los. Für Helsinki sollte man sich auf jeden Fall etwas Zeit nehmen und die Bars und Cafes genießen, die dort an jeder Straßenecke zu finden sind. Es herrschte reger Verkehr in den Strassen von Helsinki die zum Teil mit Strassenbahnschienen und Kopfsteinpflaster ein gemütliches Flair vermitteln, jedoch etwas mehr Konzentration beim Fahren erfordern. Ein guter Tipp war es, eine Stadtrundfahrt zu machen, denn dort sieht man alles und kann sich ganz entspannt auf die Bauwerke und die teilweise schrill gekleideten Einwohner konzentrieren. An der Stadtgrenze und den Häfen geht es dann wieder gemächlicher zu und auch hier trifft man bis weit nach Sonnenuntergang jede Menge Biker, die an den kleinen Imbiss- und Kaffeebuden genau so viel über Benzin und Bikes quatschen wie auch an heimischen Treffpunkten. Für das Nachtleben war leider nicht viel Zeit, aber zumindest ein Big Meal bei einer bekannten Fast Food Kette lag noch drin. Leider geht jede Reise einmal zu Ende und so blieben uns nur noch die letzten 130 Kilometer nach Hanko, die locker in knapp zwei Stunden zu schaffen sind. Gegen 18.00 Uhr checkten wir am Tallink Silja Terminal ein, um unsere Bikes gemeinsam mit den anderen Bikern an Bord, mit den ausreichend vorhandenen Gurten zu verzurren. Zum Abschluss gönnten wir uns an Bord natürlich noch das Abendbuffet und vor allem ließen wir uns im Wellnessbereich verwöhnen, um nach dem Whirlpool an der Bar mit den anderen Bikern über die tolle Tour zu reden und ein bis drei Bier zu vernichten. Nach weiteren zwei Mahlzeiten an Bord und 24 Stunden später legten wir in Rostock an und übergaben die Bikes in Hamburg an SKS, die die Öfen wieder nach Mörfelden ins Harley Hauptquartier brachten. Wir beendeten unsere Tour und Minikreuzfahrt mit der Sicherheit, dass es nicht die Letzte Tour mit Tallink Silja war und Finnland zwei neue Fans hat.
Übrigens: SKS transportiert nicht nur für Firmen, sondern auch privat, so dass man sich das lästige Fahren auf deutschen Autobahnen sparen kann und mit einem der vielen Billigflieger nach Rostock fliegen kann, um dort sein Bike entgegen zu nehmen.
Dies war natürlich nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was das Land zu bieten hat. Zur Superrally des Harley Davidson Club Europe, werden wir 2009 sicher wieder dabei sein, dann aber mindestens 2 Wochen!
Tallink SILJA GmbH
Zeißstraße 6
23560 Lübeck
Tel. 04 51 / 58 99 – 222
Fax 04 51 / 58 99 – 243
Internet: www.tallinksilja.de
e-Mail: info.germany [a] tallinksilja.com
Thunder Media Service, Frank Sander
14. Mai 2009 in Thundernews & Stories, Reisen
07. bis 12. September 2010 · Faak am See/Kärnten
03.-05. Dezember 2010 · Bad Salzuflen